Festgeldkonto vorzeitig kündigen – Geht das überhaupt, wenn ja wie und was kostet es?

Festgeldkonto vorzeitig kündigen – Geht das überhaupt, wenn ja wie und was kostet es?

Kein Zweifel: Eine Festgeldanlage, die auch als Termingeld oder Zeitgeld bezeichnet wird, ist eine beliebte Möglichkeit zum Sparen. Über einen mittelfristigen Zeitraum kann ein bestimmter Betrag zu vorab fixierten Festgeldzinsen angelegt werden. Die Banken können so mit dem Geld arbeiten und der Anleger profitiert von höheren Zinsen als bei einem laufenden Konto. Im Gegenzug verzichtet der Anleger für die Laufzeit der Festgeldanlage auf einen Zugriff auf das Konto.

Doch manchmal werden die Jahre, für die das Geld bei der Bank fest angelegt worden ist, zu lang. Essenzielle Ausgaben stehen an und das Kapital wird benötigt. Was jetzt? Wenn Sie Ihr Festgeld vorzeitig kündigen möchten, sollten Sie gut informiert sein. Hier erfahren Sie alles Bedeutende, was für eine vorzeitige Kündigung des Anlagebetrages wichtig ist.

Der gesetzliche Anspruch auf eine Kündigung des Festgeldkontos

Vorab die gute Nachricht: Es gibt einen gesetzlichen Anspruch auf eine vorzeitige Kündigung. Dieser wird nach Paragraf 314 Bürgerliches Gesetzbuch dem Sparer eingeräumt und darf im Kleingedruckten der Bank nicht ausgeschlossen werden. Die einzige Bedingung für die vorzeitige Kündigung ist jedoch, dass ein wichtiger Grund vorliegt.

Hier schließt sich schnell die Frage an, was das sein könnte und auch hierfür hat der Gesetzgeber eine Antwort:

„(…),wenn dem kündigenden Teil unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls und unter Abwägung der beiderseitigen Interessen die Fortsetzung des Vertragsverhältnisses bis zur vereinbarten Beendigung oder bis zum Ablauf einer Kündigungsfrist nicht zugemutet werden kann.”

In der Praxis konnten Anleger ohne zusätzliche Kosten aus folgenden Gründen ihr Festgeld vorzeitig kündigen:

  • Tod des Kontoinhabers und der damit notwendige Zugriff der Erben auf das Geld
  • drohende Insolvenz eines Institutes
  • Anleger tritt als Hartz-IV-Antragsteller auf und wird von der Arbeitsagentur zur Vermögensverwertung gezwungen

Sicherlich gibt es aus Sicht der Anleger noch viele weitere gute Motive für eine vorzeitige Kündigung des Festgeldvertrages, allerdings liegt ihre Akzeptanz im Spielraum des Finanzinstitutes.

Die Reaktion der Banken auf eine vorzeitige Kündigung und etwaige Kosten

Wenn Sie Ihr Festgeld vorzeitig kündigen möchten, sollten Sie umgehend das Gespräch mit Ihrer Bank suchen. Eine Kündigung aus nicht bedeutenden Gründen wird nicht akzeptiert. Sofern jedoch der Bank eine Ausnahmesituation wie beispielsweise der Wunsch eines Immobilienkaufes, eine anstehende Baufinanzierung oder eine drohende Verschuldung dargelegt wird, stimmen sie für gewöhnlich der Kündigung vor Ablauf der Laufzeit zu.

Je nach Kulanz der betreffenden Bank entscheidet sich dann, welche Kosten entstehen, wenn Sie Ihr Festgeld vorzeitig kündigen. Da das Laufzeitende nicht erreicht worden ist, verliert der Kunde häufig die bis dahin aufgelaufenen Zinszahlungen. Außerdem können Kosten und Bearbeitungsgebühren für die Vertragsauflösung erhoben werden.

Wie die Kündigung erfolgen sollte

Wenn Sie Ihr Festgeld vorzeitig kündigen möchten, sollte Sie wie erwähnt zuerst mit der Bank ins Gespräch treten. Jegliche Vereinbarungen sollten schriftlich aufgenommen werden, damit die Kündigung tatsächlich zu den besprochenen Konditionen erfolgt.

Unser Tipp: Eventuell haben Sie in den Vertragsklauseln eine automatische Verlängerung!
Viele Banken haben in den Verträgen für das Festgeld eine automatische Verlängerung inkludiert. Somit würde sich der Anlagezeitraum automatisch verlängern, wenn Sie nicht aktiv werden. Sollten Sie Ihre Festgeldanlage zu Ende der Laufzeit kündigen wollen, reichen sie frühzeitig bei der Bank per Einschreiben ein Kündigungsschreiben ein.

Was Sie zukünftig beachten sollten

Obgleich Sie Ihr Festgeld vorzeitig kündigen können, ist dies jedoch keine kostensparende Variante und sollte vermieden werden. Suchen Sie sich daher für die Zukunft mit Hilfe von einem kompetenten und unabhängigen Festgeldvergleich die Bank mit Einlagensicherung aus, die Ihnen die besten Konditionen bietet.

Als sehr effizient für Vergleiche haben sich Vergleiche in Form von Festgeldrechnern erwiesen. Grundsätzlich empfiehlt es sich lieber weniger Geld dort anzulegen als zu viel. So kann einer vorzeitigen Kündigung des Festgeldkontos aufgrund von finanziellen Engpässen vorgebeugt werden.

Sollten Sie an dem generellen Konzept des Festgeldes für Ihre Ansprüche und Bedürfnisse zweifeln, ist eine andere Anlageform gefragt. So können Sie beispielsweise Ihre Euros in einem Sparbrief anlegen, der automatisch ohne Verlängerung nach der vereinbarten Laufzeit ausläuft.

Möchten Sie flexibel auf Ihr Geld zugreifen und nehmen dafür geringere Zinsen in Kauf, bietet sich ein Tagesgeldkonto an. Das Tagesgeld ist für Sie stets verfügbar und kann bei Bedarf auf ein laufendes Konto überwiesen werden.

Festgeldkonto – Eine gute Anlagemöglichkeit, aber nur wenn das Geld über ist!

Ein Festgeldkonto ist eine gute Möglichkeit, Geld für einen Zeitraum von bis zu 10 Jahren festverzinslich anzulegen. Vorab sollten Sie mithilfe eines Festgeldvergleiches allerdings die Bank mit den besten Konditionen aussuchen. Das Kapital liegt dort nicht so fest, wie die Banken es vermarkten. Im Notfall kann darauf zugegriffen werden, was aber aufgrund der Zinseinbußen und etwaigen Zusatzkosten vermieden werden sollte.

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