Allein, zu zweit oder mit der Familie – Wie viel wir an Strom und Gas durchschnittlich verbrauchen

Allein, zu zweit oder mit der Familie – Wie viel wir an Strom und Gas durchschnittlich verbrauchen

Spätestens bei der Wahl eines Strom- und Gasanbieters stellen sich viele die Frage, wie viel eigentlich im Durchschnitt an Strom und Gas verbraucht wird. Wird ein günstiger Tarif gewählt, dem allerdings nur ein geringer Strombedarf bzw. Gasverbrauch zugrunde liegt und verbraucht man anschliessend mehr als vereinbart, kann es ganz schnell teuer werden. Umgekehrt ist ein zu groß gewähltes Strom- oder Gasverbrauchspaket auch nicht optimal. Wir haben uns das einmal angesehen!

Stromverbrauch von der Anzahl der im Haushalt lebenden Personen abhängig

Studienergebnisse | © panthermedia.net / leungchopan

Studienergebnisse | © panthermedia.net / leungchopan

Untersuchungen zeigen, dass der Stromverbrauch in erheblichem Maße von der Anzahl der im Haushalt wohnenden Personen abhängt; aber nicht nur. Der Stromverbrauch steigt mit der Zahl der in einem Haushalt lebenden Personen, jedoch abnehmend auf die einzelnen Personen bezogen. Der Grund hierfür ist, dass viele elektrische Verbraucher wie Waschmaschinen, Kühl-und Gefrierschranke sowie Geschirrspüler in größeren Haushalten durch mehrere Personen gleichzeitig benutzt werden. Das führt zwar immer noch zu einem höheren Gesamtverbrauch, allerdings sinkt dadurch der Pro-Kopf-Verbrauch in einem Mehr-Personen-Haushalt.

Ein weiterer wichtiger Faktor, der beim Stromverbrauch eine Rolle spielt, ist die Art der Wohnung. So wird in einem Einfamilienhaus statistisch mehr Strom verbraucht als in einer Wohnung, die sich in einem Mehrfamilienhaus befindet. Ursächlich hierfür sind oft Aussenbeleuchtungen, eigenständige Warmwasseranlage etc.

Daneben hat die Art der Warmwasserbereitung und das Alter, der im Haushalt vorhandenen elektrischen Geräte, ebenfalls erheblichen Einfluss auf den Gesamtverbrauch. So verbraucht ein Haushalt mit einem Boiler bzw. Durchlauferhitzer und einem alten Kühl- und Gefrierschrank wesentlich mehr Strom, als ein Haushalt mit einer zentralen Warmwasserversorgung und modernen energiesparenden Haushaltsgeräten.

  • Singlehaushalt

Der durchschnittliche Stromverbrauch in einem Single- bzw. Ein-Personen-Haushalt beträgt laut dem Stromspiegel 2016 des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie etwa 3.000 kWh im Jahr. Die Spanne reicht dabei von 800 kWh in einer kleinen Mietwohnung in einem Mehrfamilienhaus mit einer zentralen Warmwasserversorgung bis hin zu 4.200 kWh in einem Einfamilienhaus mit einer eigenständigen Warmwasserbereitung.

Grundsätzlich sind in einem Ein-Personen-Haushalt bereits alle wichtigen elektrischen Haushaltsgeräte vorhanden. Diese werden jedoch nur von einer Person genutzt. Es lohnt sich daher gerade für einen Singlehaushalt elektrische Geräte mit einer hohen Energieeffizienz anzuschaffen und vor allem Verbraucher wie Fernseher oder Computer bei Verlassen des Hauses ganz auszuschalten, anstatt im Stand-by-Modus zu belassen.


  • Zwei-Personen-Haushalt

In einem Zwei-Personen-Haushalt sind die Stromkosten nur unwesentlich höher als in einem Singlehaushalt, da vieles gemeinsam benutzt und oft auch gleichzeitig getan wird. Der durchschnittliche Verbrauch gemäss dem Stromspiegel 2016 liegt bei etwa 3.100 kWh.

Die Spanne reichte 1.300 kWh bis 4.500 kWh im Jahr, abhängig davon ob es sich um ein Mehrfamilienhaus mit einer zentralen Warmwasserversorgung oder ein Einfamilienhaus mit einer eigenen Warmwasserbereitung handelt.


  • Mehr-Personen-Haushalt

In einem Mehr-Personen-Haushalt, beispielsweise dem einer vierköpfigen Familie, also mit zwei Kindern, wird wieder wesentlich mehr Strom verbraucht. Der Grund sind mehrere Fernseher und Computer, wesentlich größere Vorräte in Kühl- und Gefrierschränken sowie eine oft mehrfach die Woche laufende Waschmaschine.

Der durchschnittliche Stromverbrauch einer vierköpfigen Familie liegt laut dem Stromspiegel 2016 bei etwa 4.200 kWh im Jahr. Die Bandbreite, abhängig von der Art der Wohnung und der Warmwasserbereitung liegt hier zwischen 1.800 kWh und über 6.000 kWh im Jahr.


Gasverbrauch wird im Wesentlichen von der Wohnungsgröße bestimmt

Grundriss Wohnung | © panthermedia.net / Randolf Berold

Grundriss Wohnung | © panthermedia.net / Randolf Berold

Beim Gasverbrauch verhalten sich die Relationen nicht ganz wie beim Stromverbrauch. In Haushalten mit mehreren Personen wird zwar mehr gekocht und geduscht, aber der wesentliche Treiber der Gaskosten sind bei einer vorhandenen Gasheizung die Heizkosten. Es kommt also im Wesentlichen darauf an, wie groß die Wohnung ist, da im Winter zumeist die ganze Wohnung beheizt wird, unabhängig davon wie viele Personen im Haushalt leben. Die Heizkosten sind zudem stark davon abhängig, ob es ein gut isoliertes Passivhaus bzw. ein Haus mit einer energetischen Sanierung handelt oder um ein älteres Haus, das keine besonders gute Isolierung aufweist.

Die Durchschnittswerte für den Gasverbrauch werden daher zumeist nach Quadratmeter Wohnfläche erfasst. Dieser betrug im Jahr 2015 etwa 140 kWh pro Quadratmeter ohne Warmwasserversorgung und bei 160 kWh pro Quadratmeter mit Warmwasserversorgung. Diese Werte müssen mit der Wohnungsgröße multipliziert werden, wenn der durchschnittliche Gasverbrauch für eine bestimmte Wohnung ermittelt werden soll.

Fazit

Strom und Gas sparen lohnt in jedem Fall und bekannte Fachseiten im Internet können beim Tarife checken helfen. Beim Strom steigen die Verbrauchskosten mit der Anzahl der Haushaltsangehörigen an. Der Pro-Kopf-Verbrauch sinkt jedoch wegen vieler gemeinsam genutzter Geräte. Das sollte man berücksichtigen. Sparen kann man zum Beispiel mit der Anschaffung moderner Energie-effizienter Haushaltsgeräte und indem unnötiger Verbraucher über Nacht oder beim Verlassen der Wohnung ausgeschaltet werden.

Der Gasverbrauch ist hauptsächlich von der Wohnfläche abhängig, da es im Wesentlichen die Heizkosten sind, die den Verbrauch bestimmen. Hausbesitzer können auf Dauer vor allem mit einer Investition in eine moderne Heizungsanlage und eine gut isolierte Fassade sparen. Die Investitionskosten hierfür amortisieren sich in der Regel in einigen Jahren.

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