Hilfe, es weihnachtet schwer! – Wenn die Festtage zur Qual werden

Hilfe, es weihnachtet schwer! – Wenn die Festtage zur Qual werden

Für die meisten ist es die schönste Zeit des Jahres. Lebkuchen, ein verschneiter Weihnachtsmarktbummel, gutes Essen und Geschenke über Geschenke. Doch wenn meckernde Schwiegereltern, ein verdorbener Magen und Burn-Out im weihnachtlichen Arbeitsstress dazu kommen, werden die besinnlichen Weihnachtstage ganz schnell zum festlichen Flop.

Wenn die Festtage zur Qual werden

Die Regale sind vollgestopft mit billigem Schokoladensüßkram, der Tannenbaum kostet mal wieder fast 100 € und im Radio läuft zum 10. Mal „Last Christmas“. Vom Coca-Cola-Weihnachtswerbespot mal ganz abgesehen. Die Wahrheit ist: Nicht jeder mag Weihnachten! Wir kriegen Magenbeschwerden durchs übermäßige Essen, das Schwiegermonster bleibt über Nacht und wir haben viel zu hohen Erwartungen an eine harmonische Stimmung, die letztendlich genauso geladen ist wie der Weihnachtspullover aus Polyester. Wir stellen vor: 3 Dinge, die uns das Weihnachtsfest versauen.

Das Essen

zu fettiges Essen an Weihnachten | © panthermedia.net / matthias fährmann

zu fettiges Essen an Weihnachten | © panthermedia.net / matthias fährmann

Was für viele überhaupt das Beste an Weihnachten ist, ist für viele andere ein jährlicher Albtraum. Wir muten unseren Mägen an Weihnachten viel zu. Glühwein, Stollen und Plätzchen. Braten, Marzipan und Schokolade. Kein Wunder, dass sich unser Magen dem zur Wehr setzt. Das hat Völlegefühl, Blähungen und Sodbrennen zur Folge. Menschen mit empfindlichem Magen droht sogar eine Magenschleimhautentzündung und damit hat man dann noch über Silvester hinaus seine Freude.

Was können wir aber dagegen tun? Maß halten ist die Devise. Zu fett, zu süß und vor allem viel zu viel. Das fasst unser Weihnachtsessen eigentlich ziemlich gut zusammen und auch wenn es schwer ist: Damit es dem Magen an Weihnachten immer noch gut geht, müssen wir uns an den vorweihnachtlichen Tagen zurückhalten. So gibt es statt Pommes und Bratwurst auf dem Weihnachtsmarkt mal gebratene Champignons (ohne Sahnesoße) und statt den gebrannten Mandeln und zuckerbestäubten Stollen gibt es Bratäpfel und Maronen.

Bauchweh an Weihnachten | © panthermedia.net / Andriy Popov

Bauchweh an Weihnachten | © panthermedia.net / Andriy Popov

Außerdem heißt es: Beim Essen zurückstecken, Dehydration vermeiden und viel, viel Bewegung. Gerade in der Weihnachtszeit werden wir immer noch ein bisschen fauler. Nach dem Mittagsessen ist man zu vollgefressen für einen Spaziergang, dann gibt es auch schon Kuchen und anschließend lockt das Abendessen. Es ist nicht nur wichtig, dass wir uns viel bewegen, wie zum Beispiel bei einem Bummel über den Weihnachtsmarkt oder einem romantischen Schneespaziergang, wir müssen auch ausreichend trinken. In der Weihnachtszeit noch mehr als sonst. Für den durchschnittlichen Erwachsenen gilt: Mindestens 3 Liter am Tag, denn ansonsten können unsere Organe das Essen nicht richtig verdauen und wir haben Schmerzen.

Vom sogenannten Magenbitter, einem Schnaps, der nach dem Essen dem Magen „aufräumen“ soll raten Experten ab, denn dieser belastet die Organe nur zusätzlich mit Alkohol.

Die Verwandschaft

Weihnachten im kleinen Kreis ist entspannter | © panthermedia.net / FamVeldman

Weihnachten im kleinen Kreis ist entspannter | © panthermedia.net / FamVeldman

Wir lieben sie allesamt. Das ist klar! Dennoch bedeutet der weihnachtliche Besuch der Verwandten für manche puren Stress. Das liegt zum einen daran, dass wir uns in der Weihnachtszeit gezwungen fühlen unsere Verwandten einzuladen oder zu besuchen. An Weihnachten besucht man die Familie. Das ist nun mal so. Oder?

Jeder wie er will. Wer den heiligen Abend nicht im großen Stil mit der ganzen Familie verbringen will, der muss das auch nicht tun. Ein kleines und entspanntes Weihnachtsfest nur mit dem Partner oder den Kindern kann wahre Wunder im Kampf gegen den Weihnachtsstress wirken. Die Verwandten werden dann eben auf den ersten oder zweiten Weihnachtsfeiertag vertröstet.

Wer sich an Weihnachten die Familie ins Haus holt, der muss mit allem rechnen: Während Mama sich mit Schwiegermutti streitet, die Kinder schreiend durchs ganze Haus rennen und Papa und Opa schon den vierten Eierlikör einschenken, bleibt die Besinnlichkeit irgendwo zwischen enttäuschenden Geschenken und verbrannter Gans auf der Strecke.

Es gibt kein Entkommen

Weihnachten ist einfach überall. Im Radio laufen die selben speckigen Weihnachtssongs den ganzen Tag in Dauerschleife, im Fernsehen präsentiert jedes Unternehmen seine eigenen Weihnachtswerbespots, die sich an Dekadenz und Aufwand jedes Jahr aufs neue übertreffen. Im Supermarkt werden jedem Gänsebraten und Weihnachtsstollen quasi schon vorsichtshalber aufs Kassenband gelegt und in der Drogerie verspricht der neue, saisonale Duschschaum ein wohlig, winterlich-warmes, nach Bratapfel und Kaminfeuer duftendes Duscherlebnis.

Wer Weihnachten nicht mag, der hat in dieser Zeit schlechte Karten, denn sobald die Halloween-Deko in den Keller geräumt wurde geht es los. Erst sind es die Supermärkte, dann kommen die Medien und wenn auch Michael Bublé mit einem neuen Christmas-Album aus seinem Loch geklettert ist, dann weihnachtet es (be)schwerlich.

Weihnachten war nur so lange harmonisch, bis sich irgendjemand überlegt hat, dass es Geschenke geben müsste. Auch das alljährliche von-Laden-zu-Laden-rennen auf der Suche nach einem individuellen, witzigen und liebenswerten Geschenk, das einfach nicht zu finden ist, macht es uns nicht unbedingt leichter.

Fazit

Was bringt die Menschen dazu, dieser Tradition Jahr für Jahr nachzugehen, obwohl doch so viele Menschen mehr Stress als Fest empfinden? Nachdem wir uns die vierte Wiederholung von „3 Haselnüsse für Aschenbrödel“ angesehen haben, wird es uns klar: Traditionen geben uns Sicherheit. Der Braten wird um 18 Uhr gegessen, vorher geht es in die Kirche, vorm Geschenke auspacken wird gesungen. Das war schon immer so, denn so gehört es sich. In einer sich ständig wandelnden Welt suchen die Menschen mehr und mehr etwas, an dem sie sich festhalten können. Weihnachten ist ein Fest der Familie. Daran halten sie sich fest, daraus ziehen sie Sicherheit.

Wer sich an Weihnachten aber nur gezwungen fühlt, diesen Traditionen nachzukommen, der lasse sich eins gesagt sein: Weihnachten ist nur so lange harmonisch bis ihr euch nicht mehr wohl fühlt und dann müsst ihr unter jeden Umständen was ändern. Egal was die anderen sagen!

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