Das 1×1 der Blumensprache

Das 1×1 der Blumensprache

Welche Bedeutung haben Blumen? Diese Frage ist alles andere als nebensächlich. Die natürliche Vielfalt an Gattungen erfreut nicht nur das Auge. Die prachtvollen Exemplare vermitteln persönliche Botschaften. Der Ausspruch, etwas durch die Blume zu sagen, kommt nicht von ungefähr. Nun wenden moderne Zeitgenossen ein, dass die Symbolik inzwischen wenig vertraut ist. Dennoch sollten Sträuße und Topfpflanzen nicht intuitiv ausgewählt werden.

Man stelle sich vor: Die Kollegin trifft morgens im Büro ein und findet eine Geburtstagsüberraschung vor. Ein kunstvolles Gebinde aus gelben Nelken und Hortensien ziert den Schreibtisch. Das Team erwartet Begeisterung, erntet von der Hobbygärtnerin aber nur kühle Blicke. Was ist passiert? Unwissentlich wurde der Ausdruck von Verachtung mit dem Tadel abgerundet, die Dame spiele sich unnötig auf. Viel tiefer hätten die Gratulanten nicht ins Fettnäpfchen treten können.

Quintessenz: Es ist keine allzu gute Idee, mit der Unwissenheit der Gegenpartei zu rechnen. Zudem lassen die Blüten sogar ohne jegliches Know-how die korrekten Assoziationen zu.

Was sagen Blumen aus?

Bildquelle: iStock / ©LiliGraphie

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Dafür genügt also häufig ein neugieriger Blick auf die Charakteristik von einem blühenden Gewächs. Dass ein traumhaft roter Rosenstrauß sicher nicht die richtige Wahl ist, wenn es um den unverbindlichen Dankesgruß für die Nachbarin geht, ist jedem Mann bewusst.

Lilien tauchen häufig im christlichen Umfeld, zum Beispiel Broschüren, auf. So ergibt sich der Gedanke an Reinheit und Glaube von selbst. Maiglöckchen tauchen auf, wenn der Frühling noch jung ist, deshalb wirken die kleinen Blüten von sich aus unschuldig.

Enziane sind rar und fühlen sich außergewöhnlich an. Es liegt nahe, dass ein Zusammenhang zwischen dem Kleinod der Natur und den Empfindungen für die Empfängerin besteht.

Was sagt die Blumenfarbe?

Nicht nur die pflanzliche Art vermittelt einen emotionalen Gedanken. Auch auf die Tonart kommt es an, was sich ebenso leicht erahnen lässt. Kulturell werden mit Farben unterschiedliche Gemütszustände verbunden. Sehr einfach lässt sich dies mit Rosen erklären, die gerne als Aufmerksamkeit ausgewählt werden.

Rote Blüten spiegeln das Feuer der Leidenschaft wider, das neu entfacht oder ungebrochen ist. Weiß hat stets etwas Reines und ist auch bei Rosensträußen so zu verstehen. Deshalb ist auch bei einer platonischen Zuneigung zu einem Menschen nichts gegen einen blühenden Gruß dieser Art einzuwenden.

Dass Gelb etwas mit Eifersucht zu tun hat, werden sogar Kinder vermuten. Bei der Wahl dieser Farbe scheint die Treue in Zweifel geraten zu sein. Riskant ist ein Duett aus einer roten Rose und einer weißen Rose, denn dies kommt einer Kriegserklärung gleich.

Welche Blumen zu welchem Anlass?

Zu der originären Symbolik, die vor Jahrhunderten entstanden, gesellen sich weitere Bedeutungen. Beispielsweise kann dies mit der Saison zusammenhängen, in der die Blüten in der Natur auftauchen. Auch die heilsame Wirkung von einem Gewächs kann in den Vordergrund rücken. Hinzu kommen persönliche Vorlieben und die Pracht von kunstvollen Arrangements.

Es ist leicht nachvollziehbar, dass ein kunterbunter Strauß mit Frühlingsboten am Krankenbett für Freude sorgt. Wer sich nicht stetig mit den einzelnen Bedeutungen auseinandersetzen möchte, kann sich bei den verschiedenen Anlässen an diesen Tipps orientieren:

Anlass Blumen Empfehlungen
Beerdigung Calla, Aster, Margeriten, Immergrün
Dankeschön Dahlien, Sonnenblume
Einladung aisonales Gewächs, beispielsweise Christstern oder Osterglocken
Entschuldigung Tulpen, Pfingstrosen
Freundschaft Adonisröschen, Zinnien
Geburt Maiglöckchen, Gänseblümchen, Freesien, rosa oder hellblaue Arrangements
Gute Besserung Kamille, bunte Gerbera, Kornblumen, lebhafte Sträuße
Geburtstag weiße Rosen, Orchideen
Hochzeitstag Symbolik der Jahrestage aufgreifen
Liebeserklärung rote Rosen oder Anemonen, Vergissmeinnicht, weißer Flieder
Trost Krokus, Passionsblume, Schneeglöckchen
Wohnungseinweihung Orangenbäumchen, bunte Nelken

Woher kommt die Blumensprache?

Neugierige stellen sich die Frage nach dem Ursprung der umfangreichen Symbolik von Blumen. Mary Wortley Montagu begab sich im 18. Jahrhundert auf eine Reise nach Istanbul und verfasste die »Briefe aus dem Orient«. So reichte sie faszinierende Beobachtungen über die Verwendung von Blüten bei der nonverbalen Kommunikation weiter.

Bildquelle: amazon.de

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Im 19. Jahrhundert wurden weitere Ratgeber und literarische Werke zu dem Thema verfasst. Sehr beliebt war beispielsweise das Buch »Der verzauberte Garten« von Edith Nesbith, das sich vorwiegend an Kinder richtete.

Nach und nach bildeten sich Feinheiten heraus, die durchaus komplexe Botschaften zuließen. Dementsprechend konnte das Potpourri in Verbindung mit den Farben, der Bindevariante und der Art des Überreichens einem umfangreichen Brief gleichen.

All dies kann auch heute noch funktionieren und Worte in der Wirkung übertreffen. Statt sich in langen Phrasen zu verzetteln bietet sich das symbolische Überreichen einer einzelne Blume fern von einem Anlass an.

Sicher werden sich die Empfänger fragen, womit sie sich die inszenierte Aprikosenblüte, Distel, den Eisenhut oder im positiven die Lorbeeren oder die purpurfarbene Tulpe verdient haben. Die Recherche verschafft Klarheit, ohne nervenaufreibende Gefechte oder peinlich schüchterne Gesten.

Wenn Sie also das nächste mal bei einem Online-Händler (z.B. Blume 2000) Blumen bestellen und zu einem besonderen Anlass verschicken, erkundigen Sie sich in diesem Artikel welche Blumen angebracht sind.


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