Rente – und dann?!

Rente – und dann?!

In den nächsten 20 Jahren werden in Deutschland die berühmten Babyboomer in Rente gehen – und damit eine zahlenstarke Generation von Menschen, die an den goldenen Jahren der Nachkriegszeit nur noch bedingt teilhaben konnte. Familien wie Alleinstehende machen sich Sorgen, dass die Rente nicht ausreichen könnte, um den gewohnten Lebensstandard zu finanzieren. Auch die jüngere Generation beginnt in diesem Klima, sich über Altersvorsorge Gedanken zu machen.

Altersvorsorge – Staatliche Rente, Private Rente & die eigene Geldanlage

Seit vielen Jahren stagnieren die Gehälter, viele Menschen haben längere Phasen von Arbeitslosigkeit oder schlechtem Einkommen zu verkraften. Das betrifft keineswegs nur einkommensschwache Schichten und Menschen, die in „aussterbenden“ Berufen tätig sind. Die Sorge um ein gesichertes Alter ist in allen Gesellschaftsschichten angekommen.

Akademiker, Unternehmer, Angestellte, Arbeiter – alle sind betroffen. Die 1960er und 70er-Jahre haben Deutschland geburtenstarke Jahrgänge beschert, die ohne Zweifel bald das Rentensystem ins Schwanken bringen werden. Doch was kann der Einzelne tun, um für sich und seine Familie vorzusorgen? Und welche Fehler sollten wir dabei nicht machen?

  • Fehler Nr. 1: sich auf die staatliche Rente verlassen

Nicht nur die Generation der Babyboomer, sondern vor allem alle Generationen nach ihnen werden sich laut aktuellen Studien nicht mehr auf eine staatliche Rente verlassen können. Momentan geht man noch von einer Art niedrigen, vereinheitlichten Grundsicherung aus, doch könnte sich diese Prognose auch in Luft auflösen.

Wenn das deutsche Rentensystem zusammenbricht, und das ist keineswegs ein aus der Luft gegriffenes Horrorszenario, wird niemand mehr eine Rente erhalten. Oder sie wird so niedrig ausfallen, dass die Grundbedürfnisse damit nicht abgedeckt werden können. Wirtschaftsexperten sind sich mittlerweile einig, dass diese Prognose mit großer Wahrscheinlichkeit in der einen oder anderen Form eintreffen wird.

  • Fehler Nr. 2: sich auf Bankzinsen für das Ersparte verlassen

Dass die Zinsen für Festgeldkonten heute fast null betragen, weiß jeder. Manche hoffen vielleicht, dass sich das bald ändern wird und das mühsam Ersparte auf dem Konto bald wieder stattliche Zinsen abwirft, mit denen man dann die Rente aufbessern kann. Doch das wird nicht so bald der Fall sein. Im Gegenteil, der Trend zu Nullzinsen setzt sich fort.

In manchen Ländern werden von Banken sogar Negativzinsen verlangt, und die Bankkunden müssen für das Festgeldkonto bezahlen. Das könnte auch bei uns bald der Fall werden. Auch Bausparverträge und sichere Staatsanleihen bringen längst keine Erträge mehr. Durch diese Nullzinsen verringert sich der Wert bzw. die Kaufkraft des Festgeldes stetig, denn die Inflation frisst jährlich ein großes Loch in das Ersparte.

  • Fehler Nr. 3: sich auf den Besitz der eigenen Wohnimmobilie verlassen

In guten Zeiten nehmen viele Menschen einen Kredit auf, um sich Eigentum zu schaffen, oder bezahlen eine Wohnung oder ein Haus aus ihrem Erbe. Die Sicherheit, die eine solche Anlage in Immobilien verheißt, ist trügerisch. Denn man kann an der Wertsteigerung, die eine selbst bewohnte Immobilie ebenso wie alle anderen erfährt, nicht unmittelbar profitieren. Solange man selbst in einer Immobilie wohnt, kostet sie nur Geld – und zwar viel Geld.

Abgesehen von den Erhaltungskosten gibt es da noch die laufenden Kosten, wie Betriebskosten (Grundsteuer, Gebühren für Müllabfuhr, Abwasser etc.), Heizung, Strom, Wasserbezug. Je größer die Immobilie bzw. das Grundstück, auf dem sie steht, umso höher sind auch diese laufenden Kosten. Wer also glaubt, mit einem großen Haus bestens für das Alter vorgesorgt zu haben, wird feststellen: Die Kosten für eine solche Immobilie lasten empfindlich auf dem kleinen Rentenbudget. Da gehen sich Urlaube, Theater und Restaurantbesuche oft nicht mehr aus.

  • Fehler Nr. 4: sich auf unsichere Anlagestrategien verlassen

Ganz unten in der Liste der Anlagestrategien, die sich keinesfalls für den kleineren Anleger eignen, sind unsichere Anlagestrategien – Bitcoin-Anlagen, Investment in Sammlerstücke oder volatile Aktien, womöglich die berühmten „heißen Tipps“ des besten Freundes. Das kann ganz nach hinten losgehen und den ohnehin schmalen Finanzpolster auf null setzen. Wer solchen Strategien vertraut, muss damit rechnen, alles zu verlieren. Die Finanzwelt spricht dann von einem Totalverlust.

Somit ist klar, dass bessere Strategien überdacht werden müssen, um für ein gesichertes Alter vorzusorgen. Doch wohin kann man sich wenden, wer kann auch dem „kleinen Sparer“ zu einer anständigen Rendite verhelfen?

Privater Generationsvertrag funktioniert nicht mehr

Zu hoffen, dass die Kinder oder Enkel dereinst genug verdienen werden, um ihre Eltern und Großeltern zu unterstützen, ist übrigens schon lange nicht mehr berechtigt. Selbst gut ausgebildete junge Menschen können heute nicht mehr mit einem adäquat gut bezahlten Job rechnen, falls sie überhaupt einen in ihrer Branche finden. Die Zeiten der Vollbeschäftigung sind vorbei, die Unternehmen stöhnen unter der Steuerlast und bezahlen immer schlechtere Löhne. Es ist unwahrscheinlich, dass man mit finanzieller Unterstützung durch die Nachkommenschaft rechnen kann.

Maßanzug statt Zauberformel

 

Beratung zur Rente | © panthermedia.net / opolja

Beratung zur Rente | © panthermedia.net / opolja

Finanzexperte Sven Thieme (Competent Investment Management GmbH) sieht die Problematik vieler Anlagestrategien in der fehlenden individuellen Beratung. Ohne weitere Analyse der finanziellen Möglichkeiten und der Risiken werden Standard-Produkte der Banken an ahnungslose Klienten verkauft. Die fehlende oder mangelhafte Beratung sei das Hauptproblem, so Thieme.

Ein seriöser Anlageberater wird seinen Kunden keine Zauberformel für eine Finanzierung, die bei jedem gleich gute Ergebnisse bringt, versprechen. Altersvorsorge muss individuell geplant und auf den Kunden zugeschnitten werden. Eine Analyse der aktuellen finanziellen Möglichkeiten des Kunden führt direkt zu der Darstellung der möglichen Anlagestrategien und der erreichbaren Ausbeute. Die Rechnung für jeden Kunden lautet: hohe Rendite – hohes Risiko (bis zum Totalverlust), niedrige Rendite – hohe Sicherheit.

Ein guter Anlageberater wird daher seine Konzepte und Finanzprodukte für jeden Klienten maßschneidern. Grundstein dafür ist eine ausführliche und ehrliche Beratung des Kunden, damit dieser sich ein Bild von seinen Möglichkeiten und vor allem den damit verbundenen Risiken machen kann.

Welche Anlagestrategien bringen sicheren Ertrag?

Sichere Anlageformen, die trotzdem einen anständigen Ertrag abwerfen, gibt es durchaus. Durch moderne Fondsprodukte und Zertifikate können auch finanziell weniger starke Kunden mit vergleichsweise kleinen Beträgen an rentablen Investments teilhaben. Klassische Konzepte, wie die Investition in renditensichere Aktien (sog. „Bluechips“) oder ausgewählte Aktien- und Anleihenfonds, aber auch Lebensversicherungen, gehören dazu.

Investitionen in Edelmetalle sind in den letzten Jahren stark angewachsen und werfen durch eine wachsende Nachfrage gute Renditen ab.

Eine weitere interessante Anlageform ist die Investition in Immobilienfonds. Vor allem historische Gebäude, für deren Modernisierung staatliche Förderungen ausgeschüttet werden, bieten eine günstige Wertsteigerung und damit einen hohen Gewinn bei der Veräußerung. Mithilfe solcher Fonds können auch kleine Anleger an den hohen Renditen im Immobilienmarkt partizipieren, was bis vor wenigen Jahren nur finanzstarken Großkunden möglich war.

Muss man dafür zum Finanzexperten werden?

Wissen schadet grundsätzlich nie. Doch ist es Aufgabe und Berufung eines guten Finanzberaters, seine Kunden nach bestem Wissen ausführlich und kompetent zu beraten. Sobald man als Kunde das Gefühl hat, von seinem Berater nicht über alle wichtigen Punkte der Anlagestrategie aufgeklärt worden zu sein, sollte man besser das Weite suchen. Zu optimistische oder euphorische Renditeversprechungen sind auch immer ein Grund, misstrauisch zu werden.

Ein guter Berater wird nicht nur das Anlageprodukt selbst erklären, sondern auch alle Nebenkosten, die durch den Kauf eines solchen Produkts und durch die daraus resultierenden Erträge entstehen können. Der Staat nascht durch Steuern an den Gewinnen mit, was von der Renditeerwartung abzuziehen ist. Auch die Inflation ist als bedeutender Faktor bei der langfristigen Planung eines Portfolios mit einzuplanen.

Ist eine sichere Altersvorsorge umsetzbar?

Eine sichere Altersvorsorge ist nicht nur umsetzbar, sondern angesichts der drohenden Rentenausfälle sogar unbedingt notwendig – und zwar für jeden Deutschen. Mit einem Anlageberater, dem man vertraut, und einem stetigen Investment, das die eigenen Möglichkeiten nicht übersteigt, kann man langfristig ein ertragreiches Portfolio aufbauen.

Je früher man damit beginnt, umso sicherer und höher werden die Erträge sein. Also sollten sich schon junge Menschen über Altersvorsorge informieren und sie rechtzeitig einplanen. Der Knackpunkt dabei ist professionelle Beratung, die man unbedingt in Anspruch nehmen sollte. Dann kann man sich auch in der Rente noch den gewohnten Lebensstandard leisten.


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