Altersvorsorge: Deutsche unterschätzen die Gefahr der Altersarmut

Altersvorsorge: Deutsche unterschätzen die Gefahr der Altersarmut

Im EU-Durchschnitt sparen die Deutschen viel – nur die Schweden, Luxemburger und Schweizer haben im vergangenen Jahr noch mehr zur Seite gelegt. Allerdings mögen die Bundesbürger beim Sparen keine Experimente – und so landet das zu sparende Geld zunächst auf einem klassischen Sparbuch. Übrigens häufig mit dem Ziel, später das Ersparte in Konsumgüter zu investieren.

An die Altersvorsorge scheinen die Deutschen beim Sparen nur selten zu denken. Diese kurzfristige Denkweise ist ein fataler Fehler: Wir unterschätzen die drohende Gefahr der Altersarmut.

Deutsche sind bei der Altersvorsorge nach wie vor zu unbekümmert

Die deutsche Sparmentalität lässt sich in einem Satz erklären: Ersparnisse sollen vor allem sicher angelegt werden. Und so wählen 50 Prozent der Deutschen das Sparbuch, ein Drittel spart mittels Bausparverträgen oder Lebensversicherungen. Es gibt sogar Bundesbürger, die sich offenbar nicht weiter Gedanken um eine effektive Geldanlage machen und ihr Geld auf dem Girokonto belassen.

Wie eine aktuelle Studie des Meinungsforschungsinstituts TNS Deutschland ergab, sind bei 65 Prozent der Deutschen die Sparmotive größtenteils konsumorientiert. Es wird also gespart, um sich künftig etwas Neues anzuschaffen – nicht aber, um fürs Alter vorzusorgen. Nur 51 Prozent der Befragten gaben demnach an, regelmäßig Geld fürs Alter zurückzulegen.

Zum Vergleich: 2013 taten dies immerhin noch 65 Prozent. Ein möglicher Grund dafür ist die derzeit extrem niedrige Inflationsrate, die bei 0,8 Prozent liegt; als stabil gelten zwei Prozent. Die Europäische Zentralbank sah sich unlängst zum Handeln veranlasst und steuert mit einem historischen Niedrig-Leitzins in Höhe von 0,15 Prozent dagegen. Für die Sparer bedeutet dieser Schritt jedoch, dass es kaum noch Zinsen gibt für das hart erarbeitete Geld. Damit ist der Reiz zum Sparen verloren gegangen.

Sparen sichert die Rente

Deutsche unterschätzen die Gefahr der Altersarmut – und das, obwohl laut einem Artikel der Tageszeitung „Tagesspiegel“ 75 Prozent der Bundesbürger klar ist, dass das Geld im Alter knapp wird. Rentenexperten raten dazu, mindestens zehn Prozent des Einkommens in die Altersvorsorge fließen zu lassen. Doch kaum jemand hält sich an diese Faustregel.

Wer nicht zusätzlich spart, dem droht jedoch die Altersarmut – und das schon in etwa 15 Jahren. Denn Experten prognostizieren eine fundamentale Wirtschaftskrise in Deutschland. Denn dann wird die Generation der Babyboomer, also die Jahrgänge 1955 bis 1970, zum Großteil das Rentenalter erreichen. Spätestens dann könnte das deutsche Rentensystem ernsthafte Probleme bekommen.

An dieser Stelle sei auch noch einmal deutlich gemacht, dass die Betriebsrenten und etwaige vermögenswirksame Leistungen, die vielleicht in eine Riester-Rente investiert wurde, in keinem Fall reichen wird. Jedem Deutschen wird dringend dazu geraten, sich unabhängig davon fürs Alter abzusichern.

Lernen Sie den Umgang mit Geld

Es ist nie zu spät, um den erwachsenen Umgang mit Geld zu lernen. Da es um Ihr eigenes Geld und um Ihre ganz persönliche Altersvorsorge geht, sollten Sie sich ausreichend Zeit nehmen, um sich mit dem Thema Geld zu beschäftigen. Wenn Sie sich einiges an Wissen angeeignet haben, machen Sie den nächsten Schritt und lassen sich von einem Finanzexperten beraten, um gemeinsam ihren ganz persönlichen Finanz- und Sparplan zu erstellen. Erste Vorstellungen von einer möglichen Zusammenarbeit mit einem Experten erhalten Sie auf der YouTube-Seite von Swiss Life Select.


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