Welche Kreditkarten gibt es und welche Kreditkarte brauche ich?

Offener Laptop, Kaffeetasse und gelber Notizblock mit Stiften auf hellem Holzschreibtisch

Stand: Oktober 2026

Mit einer Kreditkarte bezahlst du im Geschäft, online und auf Reisen, und du kannst weltweit Bargeld abheben. Doch nicht jede Karte, die wie eine Kreditkarte aussieht, ist auch eine. Hier erfährst du, welche Kartenarten es gibt, wie sie abgerechnet werden, worauf du beim Einsatz achten solltest und welche Punkte du beim Vergleich prüfen kannst.

Wissenswertes zu Einsatz und Wahl der Kreditkarte

Diese Fragen beantworten wir:

Was kann ich mit einer Kreditkarte machen?

Mit einer Kreditkarte kannst du innerhalb des vereinbarten Kreditrahmens weltweit bezahlen und Bargeld abheben. Anders als bei einer Debitkarte wird dein Konto nicht sofort belastet: Die Zahlungen werden auf einem Kreditkartenkonto gesammelt und später beglichen (BaFin: Debitkarten und Kreditkarten). Im Ausland sind Kreditkarten sehr weit verbreitet, die Karten der großen Anbieter funktionieren in fast allen Ländern.

Ob und was das Abheben am Geldautomaten kostet, hängt vom Kartenmodell ab. Bei der DKB Visa Debitkarte etwa ist das Geldabheben mit Aktivstatus fast überall kostenlos, ohne Aktivstatus nur im Euroraum. Automatenbetreiber können zusätzlich eigene Gebühren verlangen.

Wissenswertes: Was ist eine „echte“ Kreditkarte?
Das wichtigste Merkmal einer echten Kreditkarte: Die Zahlungen werden nicht direkt deinem Girokonto belastet. Die Umsätze werden während des Abrechnungszeitraums gesammelt und dann je nach Vereinbarung auf einmal oder in Raten bezahlt. Einkäufe sind bis zur Höhe des Kreditrahmens möglich. Welche Abrechnungsarten es gibt, erklären wir weiter unten.

Wie setze ich die Karte richtig ein?

Da Debit- und Kreditkarten oft an ein Zahlungskonto gekoppelt sind, solltest du parallel ein passendes Girokonto vergleichen.

Im Geschäft bezahlst du mit der Karte in der Regel per PIN oder kontaktlos. In Deutschland nehmen Händler Kreditkarten allerdings seltener an als die Girocard; achte auf das Logo deiner Kartenfirma.

Online gibst du Kartennummer, Gültigkeitsdatum und die Prüfziffer von der Rückseite ein. Das allein reicht aber nicht: Bei Kartenzahlungen im Internet ist die starke Kundenauthentifizierung Pflicht. Du bestätigst die Zahlung zusätzlich mit einem zweiten Faktor, zum Beispiel per App oder mit einem Passwort und einer TAN (BaFin: Starke Kundenauthentifizierung).

Online bezahlen: Worauf muss ich im Internet achten?
Achte darauf, dass die Seite eine verschlüsselte Verbindung nutzt (erkennbar an „https“ in der Adresszeile). Gib Zugangsdaten nie heraus, wenn du per E-Mail oder Telefon dazu aufgefordert wirst; Banken fragen auf diesem Weg nicht danach. Prüfe vor dem Bestätigen in der App, ob Betrag und Empfänger stimmen, und brich die Zahlung im Zweifel ab.

Beim Bargeldabheben am Geldautomaten gilt wie bei der Girocard: Achte darauf, dass niemand deine PIN-Eingabe beobachtet und der Automat nicht manipuliert ist. Geht die Karte verloren oder wird sie gestohlen, lass sie sofort sperren, zum Beispiel über den Sperr-Notruf 116 116.

Welche Kartenarten gibt es?

Kreditkarten unterscheiden sich vor allem darin, wie und wann abgerechnet wird. Daneben gibt es Debitkarten, die ähnlich aussehen, aber anders funktionieren (BaFin, Bankenverband).

  • Debitkarte: Jede Zahlung wird sofort von deinem Girokonto abgebucht, einen Kreditrahmen gibt es nicht. Dazu gehören die Girocard und die Debitkarten der großen Kartenorganisationen, die viele Direktbanken ausgeben. Debitkarten sind keine echten Kreditkarten. Eine Kaution bei Hotel oder Mietwagen ist damit nicht immer möglich (Verbraucherzentrale).
  • Charge-Karte: Laut BaFin die in Deutschland am häufigsten eingesetzte Kreditkarte. Am Ende des Abrechnungszeitraums, meist nach einem Monat, bekommst du eine Übersicht und zahlst den Gesamtbetrag auf einmal, in der Regel per Lastschrift vom Girokonto. Bis zum vereinbarten Zahlungstermin fallen keine Sollzinsen an.
  • Revolving-Karte (Teilzahlung): Du kannst den offenen Betrag in Raten zurückzahlen. Auf den nicht bezahlten Teil fallen Sollzinsen an. Zahlst du nur den Mindestbetrag, kann sich die Rückzahlung über Monate hinziehen und teuer werden.
  • Prepaid-Karte: Du lädst vorher Guthaben auf und kannst nur so viel ausgeben, wie auf der Karte ist. Eine echte Kreditfunktion gibt es nicht. Der Bankenverband nennt Prepaid-Karten deshalb zum Beispiel für Jugendliche auf Reisen als Möglichkeit.

Wenn eine aufladbare Karte infrage kommt, findest du mehr dazu in unserem Ratgeber Prepaid-Kreditkarten im Überblick.

Vorsicht bei Teilzahlung: Wann wird eine Kreditkarte teuer?
Karten mit Teilzahlungsfunktion haben oft keine Jahresgebühr, die Zinsen können sich aber zu hohen Beträgen summieren. Prüfe vor dem Antrag, ob die Rückzahlung automatisch in Raten erfolgt und wie du auf vollständige Rückzahlung umstellen kannst. Lies die Preis- und Vertragsbedingungen sorgfältig, bevor du dich entscheidest.

Welche Vorteile und Kosten hat eine Kreditkarte?

Für Reisen sind die Anforderungen besonders wichtig: Vergleiche Kreditkarten fürs Ausland, beachte die Besonderheiten einer Kreditkarte für die USA und nutze die Checkliste zur Kreditkarte für den Urlaub.

  • Bezahlen auf Reisen: Kreditkarten werden im Ausland häufiger akzeptiert als die Girocard. Hotels und Mietwagenfirmen verlangen für die Kaution oft eine Kreditkarte.
  • Zahlungsaufschub: Bei einer Charge-Karte zahlst du die Umsätze erst am Ende des Abrechnungszeitraums, ohne Sollzinsen.
  • Schutz bei Missbrauch: Wurde deine Karte gestohlen oder ist sie verloren gegangen, haftest du für nicht autorisierte Zahlungen in der Regel mit höchstens 50 €, außer bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit (§ 675v BGB). Voraussetzung ist, dass du die Karte sofort sperren lässt.
  • Zusatzleistungen: Manche Karten enthalten Reiseversicherungen, etwa Reiserücktritt, Auslandskrankenversicherung oder Mietwagen-Vollkasko. Solche Karten, häufig „Goldkarten“ genannt, kosten meist eine höhere Jahresgebühr. Bei Karten von Airlines oder Händlern kannst du oft Meilen oder Punkte sammeln und später gegen Prämien eintauschen.

Dem stehen Kosten gegenüber: Für viele Kreditkarten zahlst du eine Jahres- oder Monatsgebühr. Für das Geldabheben verlangen Banken in Deutschland oft Gebühren, und manche Anbieter berechnen außerhalb des Euroraums ein Auslandseinsatzentgelt. Nutzt du die Teilzahlung, fallen Sollzinsen an. Vergleiche sie vorher mit den Zinsen deines Dispokredits.

Worauf solltest du beim Vergleich achten?

Kreditkarten bekommst du bei vielen Banken. Auch Unternehmen aus anderen Branchen, etwa Airlines, bieten in Zusammenarbeit mit Banken eigene Karten an. Überleg dir vorher, wofür du die Karte vor allem nutzen möchtest, und vergleiche dann diese Punkte:

  • Jahres- oder Monatsgebühr und die Bedingungen, unter denen sie entfällt
  • Auslandseinsatzentgelt für Zahlungen in Fremdwährung
  • Gebühren für Bargeldabhebungen im In- und Ausland
  • Art der Abrechnung (Charge oder Teilzahlung) und die Höhe der Sollzinsen
  • Zusatzleistungen wie Versicherungen und ob du sie wirklich brauchst
  • Kreditrahmen, zum Beispiel für Kautionen auf Reisen

Zwei Karten im Überblick (Stand: Oktober 2026)

easybank Kreditkarte (Visa)
Kreditkarte mit Kreditrahmen

  • 0 € Jahresgebühr; nur wenn du die 100-%-Rückzahlung per monatlicher Lastschrift wählst, kostet die Karte 2 € pro Monat
  • Kein Auslandseinsatzentgelt, auch bei Zahlungen in Fremdwährung
  • Bargeld abheben weltweit ohne Abhebegebühr der Bank (in Euro ab 50 €); Automatenbetreiber können eigene Gebühren verlangen
  • Bei Rückzahlung in Teilbeträgen fallen Zinsen an; für den Antrag brauchst du ein Girokonto bei einer deutschen Bank, die Bonität wird über die Schufa geprüft

Zur easybank Kreditkarte*

DKB Girokonto mit Visa Debitkarte
Girokonto mit Debitkarte, kein Kreditrahmen

  • Kontoführung 0 € bei mindestens 700 € Geldeingang pro Monat oder unter 28 Jahren, sonst 4,50 € pro Monat
  • Visa Debitkarte ohne Jahresgebühr; Zahlungen werden direkt vom Konto abgebucht
  • Mit Aktivstatus weltweit kostenlos bezahlen und fast überall kostenlos Geld abheben; ohne Aktivstatus gilt das nur im Euroraum
  • Aktivstatus: automatisch in den ersten 3 Monaten nach der Kontoeröffnung (wenn du in den letzten 12 Monaten kein DKB-Girokonto hattest), danach bei mindestens 700 € Geldeingang pro Monat

Zum DKB Girokonto*

Stand: Oktober 2026. Alle Angaben laut Anbieter (dkb.de und easybank.de); maßgeblich sind die aktuellen Bedingungen beim Anbieter. Der Überblick ersetzt keine individuelle Beratung.

Mit dem folgenden Kreditkartenrechner kannst du Angebote verschiedener Anbieter nach deinen eigenen Anforderungen filtern und gegenüberstellen. Der Rechner zeigt eine Auswahl und ersetzt keine individuelle Beratung.

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Die meisten Karten kannst du online beantragen. Dabei musst du deine Identität nachweisen, und bei Karten mit Kreditrahmen prüft die Bank deine Bonität. Lies vor dem Antrag die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und das Preisverzeichnis.

Fazit

Welche Karte zu dir passt, hängt davon ab, wofür du sie nutzt. Für den Alltag in Deutschland reicht oft eine Debitkarte zum Girokonto. Reist du viel oder brauchst du eine Kaution für Hotel und Mietwagen, ist eine echte Kreditkarte meist praktischer. Achte beim Vergleich auf Gebühren, Abrechnungsart und Zinsen und nutze die Teilzahlung nur bewusst.

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ist keine individuelle Finanzberatung. Maßgeblich sind die aktuellen Bedingungen der jeweiligen Anbieter.

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