Was zur Hölle… ist Hell’s Kitchen?

Was zur Hölle… ist Hell’s Kitchen?

Manche Themen sind in aller Munde und zugleich von kulinarischer Qualität. Eben dies gilt für eine aktuelle Show-Reihe von Sat 1, bei der sich Prominente zum Dienst in der Gourmet-Küche verdonnern lassen. Worum geht es bei Hell’s Kitchen? Wie kommt es zu dem Hype rund um das Team von Frank Rosin?

„Kaninchen sind ja nicht auf die Welt gekommen um Abitur zu machen…“So leitet Micki Krause die Erklärung ein, dass es die Aufgabe von Hopplern sei, gegessen zu werden. Dieses Zitat aus der Sendereihe deutet zwei Dinge an: Vegetarier sollten sich von der Show, in der auch mal ein Tier gehäutet oder ein Darm mit Schweineblut gestopft wird, fern halten. Zudem werden die Lehrlinge vom Starkoch nicht mit Samthandschuhen angefasst. Eben dies ist bei einem Format, das sich zwischen Kochsendung, Reality-Show und Big Brother bewegt, das Salz in der Suppe.

Hell´s kitchen: Stars schwitzen in der Profiküche

Elf Prominente, die eher zur B-Liga der Stars und Sternchen zählen, bilden das Team für ein Spitzenrestaurant. Unter anderem sind Niels Ruf, Thorsten Legat, Lady Bitch Ray und Kasia Lenhardt mit von der Partie. Mit dem realitätsnahen Contest ist nicht nur das Schaffen in der Profiküche verbunden.

Die Stars residieren gemeinsam im Umfeld des Restaurant und kümmern sich um das zugehörige Ensemble mit Hausschwein, Hahn und Hühnern. Es ist zu befürchten, dass es auch den liebgewonnenen Heimtieren eines Tages an den Kragen geht. Wem es an Belastbarkeit, Ehrgeiz oder Talent mangelt, der verlässt das Team.

Wer fliegt, bestimmt der Boss Frank Rosin, soweit keine Green Card gezückt wird. Diesen Joker können sich die Kandidaten bei Challenges ergattern. Allerdings werden auch diese Tests vom Meister der ungezügelten Kritik ausgeschrieben und bewertet.

Hell’s Kitchen als britisches Amüsement

Die Meinung des Publikums am Bildschirm zählt also weniger. Auch die 60 Gäste, die das Menü im Restaurant kosten, tragen nur indirekt zur Eliminierung der Kochbanausen bei. Das unterscheidet die Show vom Vorbild aus Großbritannien.

Wer sich ein wenig im Showgeschäft auskennt, wird nicht erwarten, dass die Höllenküche eine deutsche Erfindung ist. Erfolgreiche Formate werden rund um den Globus gereicht. Was für Castingshows wie DSDS, Supertalent oder The Voice gilt, trifft auch auf den Schlagabtausch mit dem Kochlöffel zu.

„The Hell’s Kitchen“ stammt originär aus Neuseeland und wurde im Jahr 2004 für das Publikum in Großbritannien adaptiert. Auch dort stellten vorwiegend Stars ihr Durchhaltevermögen und ihre Kochkunst unter Beweis. Der genaue Ablauf änderte sich im Verlauf der Staffeln ebenso wie die leitenden Sterneköche. Allerdings entschieden die breiten Massen, ähnlich wie bei Big Brother, welche Köpfe im Laufe der Episoden rollen.

Hell’s Kitchen als amerikanisches Assessment-Center

Die erste Staffel wurde von und mit Gordon Ramsay produziert, der inzwischen eine gleichnamige Kochshow beim amerikanischen Sender Fox produziert. In den USA geht es nicht nur ums Vergnügen, sondern um die Zukunft: Köche oder solche, die es werden möchten, stellen sich der Herausforderung. Als Preis winkt das Kapital für die Eröffnung des Restaurants oder eine gehobene Position in der Spitzengastronomie. Hinter dem Spaß für amerikanische Zuschauer steckt also durchaus ein tieferer Sinn.

Hitzige Wortgefechte am Herd

Was das Casting angeht, haben die US-Variante und die Adaption von Sat. 1 etwas gemeinsam. Sowohl Gordon Ramsay als auch Frank Rosin gelten als herausragende Spitzenköche, die kein Wort auf die Goldwaage legen.

Talent ist bei der Show entsprechend nur die halbe Miete. Ein dickes Fell, um die Schläge mit der verbalen Keule abzufedern, ist von Vorteil. Schon im ZDF stieß der Gelsenkirchener mit seinem knallharten Urteil und einem Hang zur Arroganz nicht nur auf Gegenliebe.

Der tägliche Schlagabtausch zwischen Steffen Henssler und Frank Rosin bei den Topfgeldjägern wurde den Zuschauern mitunter zu bunt. Fans voteten für das Format, aber gegen die Crew.

Viel Rauch um Nichts?

Nun wird Henssler von Prominenten auf VOX gegrillt, während Rosin die Stars in der Sat. 1 Küche schmoren lässt. Die Vorbilder aus Großbritannien und den USA sorgten weltweit für gute Quoten. Dabei wurde das Original in einigen Ländern lediglich mit Untertiteln versehen.

Andere TV-Sender orientierten sich an der Vorlage und produzierten eigene Staffeln. Sprüche mit Biss und die weniger appetitlichen Facetten beim Zubereiten von Delikatessen scheinen dabei konsequent ein Patentrezept zu sein. Ob die Rechnung für Sat. 1 aufgeht, wird sich zeigen. Vom erhofften Optimum ist das Zuschauerinteresse derzeit weit entfernt, obwohl Boulevard-Blätter reichlich die Medientrommel rühren. Eine Parallele zu dem gleichnamigen Stadtviertel in Manhattan besteht übrigens nicht, wenngleich auch dort hungrige Gäste auf eine „Hell’s Kitchen“ treffen.

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