Wann geht Mann zum Urologen? Wann zum Andrologen?

Wann geht Mann zum Urologen? Wann zum Andrologen?

Früher oder später trifft es jeden Mann einmal – sei es bei männertypischen Gesundheitsfragen oder zu einer Vorsorgeuntersuchung: Der Gang zum Urologen beziehungsweise zum Andrologen ist für viele männliche Patienten alles andere als selbstverständlich. Im Gegensatz zu Ärzten anderer Fachrichtungen ist die Arbeit der Urologen sowie Andrologen in der breiten Öffentlichkeit mit Unklarheiten verbunden. Erfahren Sie, wann Betroffene zum Urologen sollten und was er beziehungsweise ein Androloge eigentlich genau macht.

Was macht ein Urologe?

Das griechische Wort „ouron“ bedeutet „Harn”. Das gibt bereits einen Hinweis darauf, was ein Urologe macht. Der Facharzt befasst sich nämlich mit Erkrankungen der Organe, die in irgendeiner Form mit dem Harn zu tun haben, sei es bei der Bildung oder bei der Ausscheidung aus dem Körper. Zu diesen Organen zählen Nieren, Harnblase, Harnleiter und Harnröhren. Auf diesem Gebiet werden vom Urologen sowohl weibliche als auch männliche Patienten behandelt.

Zusätzlich beschäftigt sich die Urologie mit den männlichen Geschlechtsorganen wie Hoden, Penis und Prostata. Grundsätzlich ist die medizinische Behandlung von männlichen Geschlechtsorganen ein Fachgebiet, das sowohl die Urologie als auch die Andrologie betrifft. Im Ratgeber für Männergesundheit erfahren Sie mehr zu diesen Spezialgebieten.

Wann zum Urologen?

Ein wichtiger Grund für einen Besuch beim Urologen ist die Prostatakrebs-Vorsorgeuntersuchung, die in Deutschland für Männer ab 45 Jahren angeboten wird.i Außerdem gibt es eine Reihe von Symptomen, die man bei fehlender Besserung mit einem Facharzt für Urologie abklären sollte:


  • Probleme bei der Blasenentleerung (zum Beispiel unkontrollierter Harnverlust)
  • Verfärbung des Harns
  • extremer nächtlicher Harndrang
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Veränderung an den männlichen Geschlechtsorganen (etwa Rötungen)
  • Erektionsstörungen

Was macht ein Urologe vor einer Untersuchung? Zunächst fragt der Arzt bei einem sogenannten Anamnesegespräch (systematische Patientenbefragung) unter anderem nach Vorerkrankungen und kann spezifische Informationen für den weiteren Behandlungsverlauf gewinnen.

Was macht ein Androloge?

Androloge | © panthermedia.net /Lev Dolgachov

Androloge | © panthermedia.net /Lev Dolgachov

Das Wort „Andros” stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Mann”. Somit verrät der Name bereits, was ein Androloge in erster Linie macht: Er ist für den männlichen Patienten so etwas wie der Gynäkologe für Frauen. Die Andrologie beschäftigt sich mit dem männlichen Fortpflanzungssystem und mit dessen Störungen, wie etwa Erektionsproblemen oder Impotenz. Aber auch der Hormonstatus des Patienten kann von dem Experten untersucht werden. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Andrologie als eigenständige medizinische Fachrichtung etabliert.

Schon gewusst?
In vielen Fällen arbeiten Andrologen auch eng mit Gynäkologen zusammen – zum Beispiel dann, wenn es um Paare mit unerfülltem Kinderwunsch geht.

Wann zum Andrologen?

Der Androloge beschäftigt sich nicht wie der Urologe mit Erkrankungen des Harnsystems, sondern mit dem Themenkomplex der männlichen Fruchtbarkeit. Wann sollte man also zum Andrologen gehen? Im Wesentlichen bei:


  • Störungen der Zeugungsfähigkeit (Fertilitätsstörungen)
  • Schwierigkeiten mit der Potenz (zum Beispiel erektile Dysfunktion)
  • Hormonstörungen (etwa bei Männern höheren Alters)

Je nach Beschwerde führt der Androloge beispielsweise eine Untersuchung der Samenqualität durch. Bei unerfülltem Kinderwunsch können in Kooperation mit dem Gynäkologen eine Reihe von individuell abgestimmten Maßnahmen durchgeführt werden, um die Zeugungswahrscheinlichkeit zu erhöhen. Dazu gehören etwa mikrochirurgische Eingriffe an den männlichen Fortpflanzungsorganen.

Spezialgebiet der Andrologie: Anti-Aging-Medizin

Was macht ein Androloge sonst noch? Zum Beispiel eine Art der Anti-Aging-Medizin, denn während des Alterungsprozesses verändert sich der Körper des Mannes. Ein wichtiger Teilbereich der Anti-Aging-Medizin sind die Wechseljahre, von denen eben nicht nur Frauen, sondern auch Männer betroffen sein können. Die sogenannte Andropause tritt beim Mann unter Umständen ab Mitte 40 auf. Zu den Symptomen der Andropause zählen beispielsweise


  • Diabetes,
  • erektile Dysfunktion,
  • nachlassende Libido,
  • Nervosität,
  • Schlaflosigkeit und
  • Osteoporose.

Mögliche Therapien im Rahmen der Anti-Aging-Medizin sind mitunter spezielle Hormonbehandlungen, die dem Patienten während der männlichen Wechseljahre zu mehr Lebensqualität verhelfen.


1 Deutsches Krebsforschungszentrum Krebsinformationsdienst: Prostata: Früherkennung und PSA-Test. URL: https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/prostatakrebs/psa-test-frueherkennung.php (7.2.2019).


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