Alter Goldschmuck – lohnt sich der Verkauf?

Alter Goldschmuck – lohnt sich der Verkauf?

Seit Menschengedenken wird Schmuck getragen. Insbesondere Goldschmuck ist ein traditioneller Ziergegenstand. Wenn Schmuckstücke häufig getragen werden, sind sie gleichzeitig auch Gebrauchsgegenstände, die einem gewissen Verschleiß unterliegen, kaputt gehen oder an denen man irgendwann keinen Gefallen mehr findet. Was macht man eigentlich mit altem Goldschmuck, wenn man keine Verwendung mehr dafür hat?

Schmuck aus Gold: Wonach richtet sich der Verkaufswert?

Bestehen Schmuckstücke aus Gold, haben sie zumindest den Wert des Edelmetalls. Dieser ist bei Gold relativ hoch. Ein Verkauf ist daher lohnenswert. Wo sich goldener Schmuck am besten verkaufen lässt und wie der beste Preis erzielt werden kann, hängt von einigen Kriterien ab.

Beim Goldverkauf kann sich der Verkaufspreis entweder nach dem reinen Materialwert oder nach Schönheit und emotionalem Wert des Schmuckstücks richten. Bevor Gold verkauft wird, lohnt es sich deshalb, sich zunächst mit der Basis für die Preiskalkulation auseinanderzusetzen. Denn ein- und derselbe Gegenstand aus Gold kann je nach Verkaufsart deutlich unterschiedliche Verkaufspreise erzielen.

Goldschmuck zum Edelmetallpreis verkaufen

Gebrochener Ring | © panthermedia.net /Sergej Razvodovskij

Gebrochener Ring | © panthermedia.net /Sergej Razvodovskij

Generell kann Gold unabhängig vom Zustand des Schmuckstücks zum tagesaktuellen Goldpreis an eine sogenannte Scheideanstalt, wie zum Beispiel hier, oder an einen Goldschmied bzw. Juwelier verkauft werden. Diese Möglichkeit bietet sich an, wenn beispielsweise

  • die Goldkette verknotet oder gerissen ist.
  • der Goldring verbogen oder gebrochen ist.
  • der goldene Schmuck nicht mehr getragen wird.

Beim Goldverkauf an Scheideanstalt, Juwelier oder Goldschmied wird für beschädigten Schmuck lediglich der reine Goldwert bezahlt. Diese Variante des Verkaufs ist dann zu empfehlen, wenn Schmuckstücke in einem schlechten Zustand sind und eine Reparatur sich nicht mehr lohnt. Der Ankaufspreis richtet sich in diesem Fall ausschließlich nach dem Materialwert des Goldes. Das Gewicht von Steinbesatz wird meist geschätzt und vom Kaufpreis abgezogen.

Schmuckantiquitäten und Designerschmuck aus Gold verkaufen

Ein höherer Verkaufspreis kann verhandelt werden, wenn es sich um Schmuckstücke mit emotionalem oder schöpferischem Wert handelt. Dies kann beispielsweise bei sehr altem, historischen Schmuck oder bei exklusivem Markenschmuck aus Gold der Fall sein. Bei besonders schön gearbeiteten, einzigartigen oder historischen Schmuckstücken wird neben dem Materialpreis unter Umständen auch für die Ästhetik, den emotionalen oder den künstlerischen Wert ein Aufschlag bezahlt. Dieser kann sogar den Materialwert um ein Vielfaches übersteigen.

Möchten Sie Erbstücke oder besonders hochwertigen Schmuck veräußern, sollte zunächst von einem vorschnellen Verkauf an eine Scheideanstalt abgesehen werden, sondern erst eine Expertise von einem Fachmann eingeholt werden. Dies ist ein Goldschmied, Juwelier oder Antiquitätenhändler, der sich mit der Bewertung von Goldschmuck auskennt. Auch alte Schmuckstücke mit leichten Beschädigungen können vom Fachmann geschätzt werden. Zwar mindert bei hochwertigem Schmuck eine Beschädigung den Verkaufspreis. Doch oft lohnt es sich, erst in die Schmuckreparatur oder Aufbereitung zu investieren, um anschließend einen höheren Verkaufserlös zu erzielen.

Eine weitere Verkaufsmöglichkeit bieten Online-Auktionshäuser und Verkaufsplattformen, wo alter Goldschmuck entweder zum Festpreis angeboten oder als Auktion eingestellt werden kann. Käufer sind oft bereit, für Liebhaberstücke einen angemessenen Preis zu bezahlen. Beim Verkauf über Online-Marktplätze fallen unter Umständen Verkaufsgebühren an, die sich meist nach der Höhe des Verkaufserlöses richten.

Wie setzt sich der Verkaufspreis für alten Goldschmuck zusammen?

Feingold | © panthermedia.net /Matthew Benoit

Feingold | © panthermedia.net /Matthew Benoit

Der Verkaufswert von Gold orientiert sich am börsengehandelten Goldpreis, der täglichen Schwankungen unterliegt. Der Handelspreis bezieht sich jeweils auf eine Unze Feingold, welches auch in der Maßeinheit 999 Gold angegeben wird. Schmuckstücke sind allerdings nur selten aus purem Gold gefertigt, da dieses Edelmetall für die Schmuckherstellung zu weich ist. Schmuckgold besteht entweder aus 333er, 585er oder 750er Gold und ist zugunsten einer besseren Härte mit anderen Edelmetallen legiert. Je geringer der Goldgehalt, desto weniger Materialwert weist der Goldschmuck auf.

Die meisten Schmuckwaren sind mit einer Punze versehen, die darüber Aufschluss gibt, um welche Goldart es sich handelt. Über einen Goldpreis-Rechner lässt sich der reine Materialwert errechnen, indem man den Schmuck mit einer Feinwaage wiegt und das Goldgewicht sowie die entsprechende Goldart in den Rechner einträgt. Der Goldpreis-Rechner berechnet einen ungefähren Materialwert, der allerdings vom aktuellen Goldpreis abhängig ist. Diese Berechnungsmethode eignet sich, wenn Altgold und Bruchgold zum Verkauf angeboten werden sollen.

Die Preisberechnung bei Schmuck mit immateriellem Wert gestaltet sich aufwändiger. Hier kann eine Wertschätzung nur durch Experten erfolgen. Die Echtheit des Goldes wird durch die sogenannte Strichprobe überprüft. Um den schöpferischen Wert zu ermitteln, können umfangreiche Recherchen erforderlich sein. Zudem setzt eine fundierte Expertise auch Erfahrung des Prüfers voraus. Zeitepoche, Herkunft und auch die Goldschmiede, in der das gute Stück gefertigt wurde, können ausschlaggebende Kriterien für den Wert des Schmuckes darstellen.

Der geschätzte Verkaufswert sollte jedoch lediglich als ungefähre Einschätzung betrachtet werden. Findet sich kein Käufer, der bereit ist, neben dem Edelmetallwert auch einen angemessenen Liebhaberwert zu bezahlen, kann sich der Verkauf von altem Schmuck als schwierig gestalten. Die Nachfrage nach Antikschmuck ist zwar da, allerdings handelt es sich bei den Abnehmern um einen relativ kleinen Käuferkreis, sodass beim Goldverkauf Geduld gefragt ist, bis der richtige Käufer gefunden ist. Beim Privatverkauf kann in der Regel ein besserer Verkaufspreis verhandelt werden.


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