Halsschmerzen in der Schwangerschaft – so werden Sie das lästige Kratzen im Hals los

Halsschmerzen in der Schwangerschaft – so werden Sie das lästige Kratzen im Hals los

Wer in der Schwangerschaft an Halsschmerzen oder anderen Erkältungssymptomen leidet, schreckt häufig davor zurück, Medikamente zu schlucken, um das ungeborene Baby nicht zu gefährden. In der Tat sollte die Einnahme von Arzneimitteln in der Schwangerschaft immer in enger Absprache mit dem behandelnden Arzt stattfinden. Doch es gibt zahlreiche Hausmittel, mit denen ihr schnellstmöglich wieder fit werdet.

Wichtig in der Schwangerschaft: Das Immunsystem stärken

Schwangerschaft | © panthermedia.net /pressmaster

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Generell ist der Körper der Frau während einer Schwangerschaft anfälliger für Infektionserkrankungen. Viren und Bakterien haben leichtes Spiel – bei Schwangeren dauert es häufig auch länger, bis sie einen Infekt wieder auskuriert haben. Schwangere können bereits im Vorfeld einiges tun, um Erkrankungen, die mit Halsschmerzen einhergehen, vorzubeugen, indem sie


  • die Abwehrkräfte stärken (zum Beispiel durch Bewegung an der frischen Luft),
  • ausgewogen essen, um den Körper mit wichtigen Vitaminen und Nährstoffen zu versorgen,
  • die Luftfeuchtigkeit in Wohn- und Arbeitsräumen überprüfen (bei unter 45 Prozent trocknen die Schleimhäute aus und sind anfälliger für Halsentzündungen),
  • hauptsächlich durch die Nase einatmen (die Nase ist ein guter Filter für Partikel aus der Umwelt wie Pollen und Bakterien),
  • die Stimme nicht zu stark beanspruchen,
  • mit dem Rauchen aufhören – sollte in der Schwangerschaft selbstverständlich sein (durch den Nikotinkonsum werden die Schleimhäute weniger gut durchblutet, wichtige Schutzmechanismen in den oberen Atemwegen fallen dadurch aus).

Wenn es „zu spät“ ist und die Halsschmerzen in der Schwangerschaft bereits im Anmarsch sind, gibt es Hausmittelchen, die die Immunabwehr stärken.

Allgemeine Symptome bei einer Halsentzündung

Trockenheit und Brennen im Hals und Rachen;

Sprech- und Schluckbeschwerden

Halsschmerzen bei einer Seitenstrangangina – was hilft?

Eine mögliche Ursache für Halsschmerzen ist eine Seitenstrangangina, eine Sonderform der akuten Rachenentzündung (Pharyngitis). Auf eine Seitenstrangangina kann hinweisen, wenn die Entzündung der Rachenschleimhaut auf die Lymphbahnen an der hinteren Rachenwand übergreift. Schluckbeschwerden, bis zum Ohr ausstrahlende Schmerzen und druckempfindliche Lymphknoten im oberen Halsbereich sind typische Beschwerden. Häufig ist die Seitenstrangangina die Folge einer Erkältung oder Mandelentzündung. Tipps bei einer Seitenstrangangina in der Schwangerschaft sind zum Beispiel Bettruhe und Gurgeln mit Salbeitee.

Schwanger und erkältet – Tipps gegen Halsschmerzen

Halsschmerzen in der Schwangerschaft | © panthermedia.net /Dominika Lukaszun

Halsschmerzen in der Schwangerschaft | © panthermedia.net /Dominika Lukaszun

Bei einer Erkältung handelt es sich um eine Infektion der oberen Atemwege. Jeder Erwachsene ist durchschnittlich zwei- bis dreimal im Jahr erkältet. Die Infektion kann Symptome wie Schnupfen, Husten, Heiserkeit und eben auch Halsschmerzen verursachen. Bis zu 90 Prozent der Entzündungen der Rachenschleimhaut werden von Viren verursacht1, die meist durch Tröpfcheninfektionen übertragen werden, zum Beispiel beim Sprechen, Niesen oder Husten. Ein Hausmittel gegen Halsschmerzen in der Schwangerschaft ist der altbewährte Quarkwickel.
Und so funktioniert´s:


1. feuchtes Tuch dick mit Quark bestreichen
2. Tuch mit der Quarkseite auf den Hals legen
3. darüber einen Wollschal wickeln
4. den Quarkwickel am besten über Nacht, zumindest ein paar Stunden lang, einwirken lassen


Wem die Variante mit Quark nicht so zusagt, kann es auch mit einem Kartoffelwickel probieren. Dazu gekochte Pellkartoffeln zerstampfen, auf ein Tuch geben, etwas abkühlen lassen, aber noch warm auf den Hals legen und das Tuch mit einem Wollschal fixieren.

Zwar nicht besonders lecker, aber hilfreich bei Halsschmerzen in der Schwangerschaft ist auch ein Sud aus Zwiebeln und Kandiszucker oder Blütenhonig. Über die Schwefelverbindungen der Zwiebel wirkt das Gebräu leicht antibiotisch. Erhitzt dazu zwei Teelöffel Kandiszucker oder Blütenhonig mit einer zerkleinerten Zwiebel in einem Liter Wasser – mindestens zehn Minuten lang. Das Gemisch aus Süße und Knollengemüse sollte jedoch nicht kochen. Anschließend einfach die Zwiebelstücke abseihen und täglich zwei Gläser der Mischung trinken.

Was tun bei einer echten Grippe (Influenza)?

Im Gegensatz zu einem Erkältungsinfekt geht die Infektion mit dem Grippe-Virus sehr plötzlich vonstatten. Innerhalb kürzester Zeit geht es den Betroffenen schlecht. Ein paar der Hauptsymptome sind hohes Fieber, Schüttelfrost, Gliederschmerzen und starke Halsschmerzen. Hier sollten Erkrankte – vor allem wenn sie schwanger sind – nicht lange fackeln und statt mit Hausmitteln zu experimentieren einen Arzt aufsuchen, der die Behandlung individuell abstimmt, denn: Das gefährliche an einer Grippe ist, dass unmittelbar auf eine Virusinfektion ein bakterieller Infekt folgen kann. Mediziner sprechen von einer Sekundärinfektion (Zweitinfektion) oder Superinfektion. Das Wort „super“ leitet sich ab vom lateinischen Wort „über“ beziehungsweise „obenauf“.

Eine weitere Ursache für Halsschmerzen abseits der Erkältungskrankheiten – eine entzündete Speiseröhre

Circa die Hälfte aller werdenden Mütter kämpft mit einem Rückfluss (Reflux) von Magensäure in Richtung Speiseröhre. Im letzten Schwangerschaftsdrittel sind es sogar über 70 Prozent, wie wir bei diesem bekannten Fachmagazin erfahren haben. Die Gründe dafür: Der Fötus drückt bei fortschreitender Schwangerschaft zunehmend auf den Magen. Außerdem wird vermehrt das Hormon Progesteron gebildet, das die Muskelspannung des Schließmuskels am unteren Ende der Speiseröhre herabsetzt. Zu den allgemeinen Maßnahmen bei Refluxbeschwerden zählen zum Beispiel:


  • das Schlafen mit erhöhtem Oberkörper,
  • das Tragen von Kleidung, die nicht einengt und
  • eine eiweißreiche, fettarme Ernährung, die in vier bis fünf Portionen über den Tag verteilt zu sich genommen werden soll.

Fazit zu Halsschmerzen in der Schwangerschaft

Gesund in der Schwangerschaft | © panthermedia.net /Subbotina

Gesund in der Schwangerschaft | © panthermedia.net /Subbotina

Kommt der Reflux zu häufig vor, kann sich die Speiseröhrenschleimhaut entzünden (Ösophagitis) und Symptome wie zum Beispiel Schluckbeschwerden, Sodbrennen und Halsschmerzen auslösen. Ist trotz Umstellung der Ernährungsgewohnheiten und der beschriebenen allgemeinen Maßnahmen keine Besserung der Beschwerden festzustellen, gibt es Medikamente mit dem Wirkstoff Sucralfat, der die Schleimhaut schützt, oder das Arzneimittel Antazida, das die Magensäure neutralisiert. Aluminium-haltige Antazida sollten jedoch nur kurzfristig angewendet werden. Trotzdem gilt: Schwangere sollten Medikamente nur nach vorheriger Absprache mit ihrem Arzt einnehmen.


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